Ich will pumpen

Ein Beitrag von Yannick Freundel über Long Distance Pumping (LDP)

Alternativ zum Pushen kann man sich auch mit einer Technik fortbewegen die Pumping genannt wird. Dabei wird durch eine Slalombewegung beschleunigt.

Welches Setup eignet sich zum Pumpen?

Decks

Man kann eigentlich jedes Setup Pumpen, zwischen einem gutem Pumping Setup und einem „normalen“ Longboard liegen aber meistens Welten, was Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und Krafteffizienz angeht. Wenn ihr euch fragt, ob euer Longboard zum Pumpen taugt, gibt es ein paar Anhaltspunkte. Am schlechtesten funktionieren in der Regel drop through Decks ohne Flex und mit Rocker wie zb. Landyachtz Switch oder das Switchblade. Gut zum Pumpen sind top mount Decks mit Flex wie viele Dancer, Pintails und generell Decks mit Camber Concave. Surfskate Setups sind sehr einfach zu Pumpen aber leider sehr langsam und nicht wirklich effizient. Zudem gibt es professionellere Top Mount Decks wie z.B. das Antidote Cyclone, Subsonic Pulse oder verschiedene Modelle von Bossa oder ein paar Push/Pump Hybriden wie das Rocket Rambler oder 1166 Pacemaker.

Achsen

Vorderachsen

Die Achsen sind neben den Bushings die wichtigste Stellschraube beim Pumpen. Die Hangar Breite liegt typischerweise zwischen 120-150mm, die Standard 180mm Longboard Achsen sind durch ihren größeren Radius zu träge und eignen sich deshalb nicht gut. Zudem sollte eine Vorderachse einen Pivotwinkel zwischen 55-65° haben. Die Standard Achsen liegen meistens zwischen 43-50°. Deswegen kommt man meist nicht ums Keilen drumherum (wedging). Leider sind gute Pumping Front Achsen sehr teuer, da sie mehr Kräfte aushalten müssen als normale Achsen und deshalb CNC gefräst werden. Die gängigen Hersteller sind hier Don’t Trip und Exile. Momentan sind die einzigen günstige Alternativen gemodette Bennett, 150 mm Randall oder 150 mm Paris Achsen.

TKP oder RKP?

TKP Achsen wie Bennett und Don’t trip Bhanger haben ein starken Dive beim Einlenken, je stärker man einlenkt umso stärker ziehen die Achsen zur Seite. RKP Achsen wie Don’t trip Poppy oder Exile Hydra sind in ihrem Lenkverhalten sehr linear und entsprechen sehr der Standard Sinus Kurve.

Hinterachsen liegen meistens zwischen 110-140mm Breite. Die Hinterachse sollte bei einer RKP zwischen 0-30° liegen, 0° ist sehr effizient und schnell aber nicht gut zum bergauf pumpen, 30° ist sehr carvig und weniger stabil. Für ein top mount pumper würde ich einen Winkel zwischen 10-20° empfehlen. Eine gängige Hinterachse ist eine 125mm Randall II mit einer 35° oder 28° baseplate. Solltet ihr euch für eine TKP Achse entscheiden, müsst ihr durch Keilen die King Pin Schraube senkrecht zur Straße bringen. Bei den meisten TKP Achsen entspricht das 20°. Eine gängige Achse ist die Tracker RTS.

Bushings

Ein gutes Pumping bushing hat eine starke Rückstellkraft, also high rebound. Die meisten Pumper schwören auf Riptide aps oder krank formula, abec 11 oder venom (Zak Maytum) sind aber auch verbreitet. Auf der Vorderachse benutzt man oft deutlich weichere, auf der Hinterachse deutlich härtere Durometer als für das Gewicht empfohlen.

Rollen

Die Rollen sind eher zweitrangig, man will grippige Rollen meist im Bereich zwischen 75-83a. Seismic, abec 11 oder Orangatang Rollen sind sehr zu empfehlen.

Bracketboards

Diese Long Distance Setups sind als Kompromiss aus Pushing und Pumping gedacht. Hier kommen spezielle Achsaufnehmer (Brackets) zum Einsatz. Diese legen das Brett tiefer, winkeln die Achsen an und geben gleichzeitig einen besseren Hebel auf die Achsen als Drop-Through decks. Dies ermöglicht es riesige Rollen zu fahren, meist 80 mm aufwärts. Als Hinterachse werden oft spezielle 0° Achsen gefahren wie Exile Insania, don’t trip delirium oder ein gbomb Torsion tail. Die decks werden als Platform bezeichnet und sind meistens zwischen 65-75 cm lang.

Yannick Freundel

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